Was hilft bei Volumenverlust und Hauterschlaffung?
Volumenverlust und nachlassende Hautfestigkeit gehören zu den häufigsten altersbedingten Veränderungen im Gesicht. Fettpolster bauen sich ab oder verschieben sich, die Haut verliert an Spannkraft und tragende Strukturen geben nach. Die Wangen wirken flacher, Konturen weniger definiert – das Gesicht insgesamt oft müder oder schwerer.
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt davon ab, wo Volumen fehlt, wie stark Strukturen an Halt verloren haben und welche Rolle die Hautqualität spielt. Je nach Ausgangslage kommen unterschiedliche Ansätze infrage: Biostimulierende Verfahren zur schrittweisen Verbesserung von Hautstruktur und Festigkeit, Volumen- und Konturbehandlungen zum gezielten Ersatz fehlender Substanz sowie energie-basierte Verfahren, die Straffung und Hauterneuerung anregen.
Auf dieser Seite geben wir einen Überblick über die unterschiedlichen Behandlungsansätze und erklären, wie sie wirken, für wen sie geeignet sind und wo ihre Grenzen liegen.
Disclaimer:
Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Behandlungen und Ergebnisse können individuell variieren. Eine persönliche Diagnose oder Therapieentscheidung sollte immer durch medizinisches Fachpersonal erfolgen.
Behandlungsmöglichkeiten im Überblick:
Volumenverlust entsteht nicht nur durch Hautalterung, sondern auch durch Fett- und Kollagenabbau, absinkende Fettpolster und Veränderungen der Knochenstruktur. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt davon ab, wo und wie sich das Gesicht verändert hat.
Mehr dazu im Wissensbereich: Wie Volumenverlust im Gesicht entsteht
Kollagenaufbau durch biostimulierende Behandlungen für natürliche Ergebnisse
Mit dem Ziel, die Haut langfristig zu festigen und ihre Struktur schrittweise über körpereigene Prozesse zu verbessern
Diese Verfahren regen die körpereigene Kollagen- und Elastinbildung an und verbessern die Hautstruktur von innen heraus. Statt die Haut sofort „aufzufüllen“, setzen Biostimulatoren gezielte Reize im Gewebe, auf die der Körper mit Reparatur- und Aufbauprozessen reagiert.
Durch die Injektion fein verteilter Wirkstoffe kommt es zu einer Aktivierung der Fibroblasten – jener Zellen, die für die Neubildung von Kollagen, Elastin und anderen Stützstrukturen verantwortlich sind. In den Wochen und Monaten nach der Behandlung bildet der Körper neues, eigenes Gewebe, wodurch die Haut schrittweise fester, elastischer und widerstandsfähiger wird.
Ein anfänglicher Glättungs- oder Volumeneffekt kann durch das Trägermaterial entstehen und ist meist nur vorübergehend. Der eigentliche Behandlungseffekt entwickelt sich verzögert und hält deutlich länger an, da er auf körpereigenen Aufbauprozessen basiert. Da diese Veränderungen langsam und gleichmäßig erfolgen, wirken die Ergebnisse meist sehr natürlich.
Beispiele für Biostimulierende Behandlungen:
Radiesse (hochverdünnt)
Radiesse enthält Calciumhydroxylapatit (CaHA) und wirkt über eine zweiphasige Mechanik. In der frühen Phase kann das Trägergel zu einem leichten, vorübergehenden Glättungs- oder Volumeneffekt führen. Langfristig regen die CaHA-Mikrosphären die Neubildung von Kollagen Typ I an, das dem natürlichen Stützgewebe sehr nahekommt. Radiesse eignet sich besonders zur strukturellen Stärkung, zur Verbesserung der Hautfestigkeit und wird häufig auch in der Halsregion eingesetzt. Es ist weniger für klassischen Volumenaufbau gedacht, sondern für Stabilität, Spannkraft und Gewebequalität.
Sculptra
Sculptra basiert auf Poly-L-Milchsäure (PLLA) und wirkt ausschließlich biostimulierend. Es regt vor allem die Bildung von Kollagen Typ I und III an. Der Effekt entsteht verzögert, da der Körper das neue Gewebe selbst aufbaut. Das Volumen entwickelt sich schrittweise über mehrere Monate und wirkt in der Regel sehr natürlich. Sculptra eignet sich besonders bei diffusem Volumenverlust und wenn ein langsamer, gleichmäßiger Aufbau gewünscht ist. Meist sind mehrere Sitzungen notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Lanluma
Lanluma enthält ebenfalls Poly-L-Milchsäure (PLLA) und basiert damit auf dem gleichen Wirkstoffprinzip wie Sculptra. Es ist jedoch höher konzentriert (größerer Anteil an PLLA-Partikeln) und wird in zwei Varianten angeboten: eine für das Gesicht und eine für größere Areale (z. B. Körper). Lanluma wird vom Hersteller als Weiterentwicklung positioniert und ist in Europa zugelassen, jedoch nicht FDA-zugelassen. Es eignet sich vor allem für größere Volumendefizite oder flächigere Anwendungen. Wie bei Sculptra erfolgt der Effekt verzögert und erfordert meist mehrere Behandlungen.
(Hinweis: Aussagen zur „Weiterentwicklung“ stammen überwiegend aus Hersteller- und Anwenderkreisen und sind nicht einheitlich wissenschaftlich belegt.)
HArmonyCa*
HArmonyCa ist ein Hybridprodukt, das Calciumhydroxylapatit mit einem geringen Anteil vernetzter Hyaluronsäure kombiniert. Dadurch entsteht ein sofortiger, leichter Struktur- und Stützeffekt, während gleichzeitig die biostimulierende Kollagenbildung angeregt wird. Es eignet sich für Patient:innen, die eine frühe sichtbare Verbesserung wünschen, ohne auf langfristige Biostimulation zu verzichten.
Ellansé
Ellansé ist ein biostimulierender Hybridfiller, der die körpereigene Kollagenbildung über einen längeren Zeitraum anregt. Nach dem Abbau des anfänglichen Trägergels verbleiben Polycaprolacton-Mikrosphären (PCL) im Gewebe, die die Neubildung von Kollagen stimulieren. Der sichtbare Effekt entwickelt sich dadurch schrittweise und basiert langfristig nicht auf dem Produkt selbst, sondern auf neu gebildetem Gewebe. Ellansé unterscheidet sich von klassischen Biostimulatoren wie Sculptra dadurch, dass es zusätzlich einen anfänglichen Volumen- und Stützeffekt bietet. Aufgrund der langen Wirkdauer und der fehlenden Möglichkeit zur Auflösung wird Ellansé in der biostimulierenden Anwendung meist sehr konservativ eingesetzt und erfordert eine sorgfältige Indikationsstellung.
Profhilo Structura*
Profhilo Structura zielt nicht auf Volumenaufbau, sondern auf die Erhaltung und Stabilisierung bestehender Fettpolster (Fatpads). Es unterstützt die Gewebequalität, Elastizität und strukturelle Integrität, kann jedoch kein verloren gegangenes Fett ersetzen. Besonders sinnvoll ist es bei absinkenden Strukturen, bei denen es darum geht, vorhandenes Gewebe zu stabilisieren und einem weiteren Volumenverlust entgegenzuwirken.
Profhilo / Sunekos (Skinbooster)
Profhilo und Sunekos werden häufig im erweiterten Kontext der Biostimulation genannt, zählen jedoch streng genommen eher zur Hautbioremodellierung als zu klassischen Biostimulatoren.
Profhilo: hochreine, nicht vernetzte Hyaluronsäure → verbessert Hydration, Elastizität und Hautqualität
Sunekos: Kombination aus Hyaluronsäure und Aminosäuren → unterstützt Hautstruktur und Regeneration
Beide bauen kein echtes Volumen auf und regen die Kollagenbildung nur indirekt an. Sie eignen sich besonders bei dünner, trockener oder knittriger Haut.
PRP / PRF (Eigenbluttherapie)
sind Eigenbluttherapien, bei denen regenerative Bestandteile aus dem eigenen Blut genutzt werden, um Reparatur- und Erneuerungsprozesse in der Haut anzuregen. Ziel ist es, die Kollagenbildung, Durchblutung und Zellaktivität zu fördern und so Hautqualität, Spannkraft und Regeneration zu verbessern.
PRF (Platelet-Rich Fibrin) enthält eine komplexe fibrinreiche Matrix mit Blutplättchen, Stammzellen, Wachstumsfaktoren und Leukozyten. Diese Struktur dient als biologischer Bauplan und ermöglicht eine langsame, gleichmäßige Freisetzung regenerativer Faktoren.
PRP (Platelet-Rich Plasma) basiert überwiegend auf angereichertem Blutplasma und wird in der Regel unter Einsatz von Gerinnungshemmern gewonnen. Im Vergleich zu PRF ist die Zusammensetzung weniger komplex und die Freisetzung der Wirkstoffe erfolgt schneller.
EZ Gel (PRF-Gel)
EZ Gel ist eine Weiterverarbeitung von PRF zu einer gelartigen Konsistenz, die einen fillerähnlichen Volumeneffekt erzeugen kann. Dieser ist nicht dauerhaft, während die biostimulierende Wirkung im Vordergrund steht.
Wichtiger übergreifender Hinweis:
Biostimulatoren sind nicht reversibel. Im Gegensatz zu Hyaluron-Fillern lassen sich Substanzen wie Radiesse, Sculptra oder Lanluma nicht gezielt auflösen. Daher wird meist in mehreren Sitzungen und bewusst konservativ gearbeitet, um Überkorrekturen zu vermeiden.
*Hybridverfahren mit Übergang zwischen Biostimulation und Volumenaufbau
Bevor du dich für eine Behandlung entscheidest, lohnt sich ein Blick auf die verlinkten Detailseiten mit Hintergrundwissen zur Wirkungsweise des Produkts, zum Behandlungsablauf und zu Erfahrungsberichten.
Wann sind biostimulierende Verfahren sinnvoll und wann eher nicht?
sinnvoll, wenn …
- die Haut an Festigkeit, Dichte oder Spannkraft verliert, aber noch nicht stark erschlafft ist
- du auf langfristige Verbesserung der Hautqualität setzt statt auf Sofort-Effekte
- ein natürliches Ergebnis ohne sichtbares „Gemacht-sein“ gewünscht ist
- feine Linien, müde Haut oder beginnende Hautalterung im Vordergrund stehen
- du bereit bist, dem Körper Zeit für eigene Regeneration zu geben (Effekt baut sich über Wochen auf)
sind eher nicht sinnvoll, wenn …
- sofort sichtbare Ergebnisse erwartet werden
- starke Hauterschlaffung oder Hautüberschüsse vorliegen
- sie als Ersatz für eine starke Straffung oder Lifting verstanden werden
- ein sehr großer Volumenverlust besteht (hier können andere Verfahren wie zum Beispiel Eigenfett besser geeignet sein)
- Biostimulation eignet sich besonders gut als frühe oder begleitende Anti-Aging-Strategie – oft auch in Kombination mit Energie- oder Volumenbehandlungen.
Vergleich der verschiedenen Biostimulatoren
Biostimulierende Verfahren
(Kollagenaufbau & Hautqualität – schrittweise, kein klassisches Auffüllen)
| Behandlung | Wirkfokus | Volumen | Straffung | Hautqualität | Schmerzgrad* | Downtime |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Radiesse | Struktur & Kollagen | ●● | ●● | ●●● | mittel | gering |
| Sculptra | Struktur & Kollagen | ●● | ● | ●●● | mittel | gering |
| Lanluma | Struktur & Kollagen | ●● | ● | ●●● | mittel | gering |
| HArmonyCa | Biostimulation + Struktur |
● | ●● | ●● | mittel | gering |
| Ellansé | Hybrid: Struktur + Kollagenaufbau |
● | ●● | ●● | mittel | gering |
| PRP / PRF | Regeneration & Zellstimulation |
● | ●● | mittel | gering | |
| EZ Gel (PRF-Gel) |
Biostimulation mit temporärem Eigenvolumen |
● (temporär) | ● | ●● | mittel | gering |
| Profhilo Structura |
Fatpad- & Gewebequalität |
● | ●● | gering | gering | |
| Profhilo | Hautbioremodellierung | ●● | gering | keine |
● = leicht ●● = mittel ●●● = stark ✕ = kein klassischer Volumenersatz
Biostimulierende Verfahren
(Kollagenaufbau & Hautqualität – schrittweise, kein klassisches Auffüllen)
● = leicht ●● = mittel ●●● = stark ✕ = kein klassischer Volumenersatz
Was du selbst tun kannst:
Möglichkeiten mit Wirkstoffen und Geräten für zuhause findest du im Abschnitt
[Behandlungen für zuhause].
Gezielte Wiederherstellung von Volumen und Konturen
Mit dem Ziel, Proportionen, Übergänge und tragende Strukturen gezielt zu stabilisieren oder wieder aufzubauen
Diese Verfahren ersetzen verlorenes Volumen oder stabilisieren gezielt die tragenden Strukturen des Gesichts. Ziel ist es, Proportionen, Übergänge und Stützpunkte wiederherzustellen, damit das Gesicht harmonischer und weniger erschlafft wirkt. Sie kommen dort zum Einsatz, wo Substanz fehlt – etwa durch Fettabbau, Knochenrückgang oder absinkende Gewebestrukturen – und unterscheiden sich damit klar von reinen Straffungs- oder Hautbehandlungen.
Je nach Ausgangslage werden unterschiedliche Ansätze verfolgt: Klassische Volumenbehandlungen zielen darauf ab, verlorenes Volumen schrittweise oder direkt zu ersetzen, etwa im Mittelgesicht, an den Wangen oder in eingefallenen Arealen. Verfahren wie Sculptra oder Lanluma regen über einen längeren Zeitraum den körpereigenen Kollagenaufbau an und führen so zu einem allmählichen, natürlich wirkenden Volumenzuwachs.
Andere Methoden fokussieren sich stärker auf Struktur und Kontur. Substanzen wie Radiesse können gezielt eingesetzt werden, um tragende Areale zu stabilisieren, Übergänge zu glätten oder Konturen zu definieren, ohne klassisch „aufzufüllen“. Welche Methode sinnvoll ist, hängt davon ab, ob primär Volumen fehlt, Strukturen an Halt verloren haben oder beides gemeinsam behandelt werden sollte.
Beispiele für Volumen- und Konturbehandlungen:
Hyaluron-Filler (strukturell eingesetzt)
Hyaluron-Filler sind nicht gleich Hyaluron-Filler. Je nach Vernetzungsgrad, Elastizität und Partikelgröße eignen sich unterschiedliche Produkte für Kontur, Stütze oder Volumen. Sehr feste, formstabile Filler werden häufig zur Konturierung eingesetzt, etwa an Kieferlinie oder Kinn, während weichere Produkte eher für Volumen oder Hautqualität gedacht sind. Strukturell eingesetzt können Hyaluron-Filler fehlende Stützpunkte ersetzen und Übergänge glätten. Gleichzeitig sind sie kritisch zu betrachten: Hyaluronsäure kann absinken, sich verschieben oder ungleichmäßig abbauen, insbesondere bei größeren Mengen oder falscher Platzierung. Der oft angenommene vollständige Abbau ist nicht immer garantiert. Positiv ist, dass Hyaluron-Filler im Gegensatz zu vielen anderen Substanzen enzymatisch aufgelöst werden können, was sie theoretisch reversibel macht.
Radiesse (unverdünnt / strukturell)
Unverdünnt eingesetzt dient Radiesse nicht primär dem Volumenaufbau, sondern der strukturellen Unterstützung. Es kann tragende Areale stabilisieren, Konturen definieren und Übergänge harmonisieren. Der anfängliche Effekt entsteht durch das Trägermaterial, langfristig trägt die Kollagenstimulation zur Gewebefestigkeit bei. Radiesse eignet sich besonders dort, wo Halt fehlt, nicht unbedingt dort, wo weiches Volumen benötigt wird. Aufgrund der fehlenden Reversibilität wird meist vorsichtig und sehr gezielt gearbeitet.
Sculptra
Sculptra wird im Kontext von Volumen- und Konturbehandlungen häufig missverstanden. Es ersetzt kein Volumen im klassischen Sinne, sondern regt über Poly-L-Milchsäure die Neubildung von körpereigenem Kollagen an. Das Volumen entsteht verzögert und gleichmäßig über mehrere Monate. Dadurch eignet sich Sculptra weniger für präzise Konturen, aber gut für diffusen Volumenverlust, etwa im Mittelgesicht. Das Ergebnis wirkt meist sehr natürlich, erfordert jedoch Geduld und mehrere Sitzungen.
Lanluma
Lanluma basiert auf dem gleichen Wirkstoff wie Sculptra (PLLA), ist jedoch höher konzentriert und für größere Areale konzipiert. Es wird häufig eingesetzt, wenn über eine größere Fläche Volumen verloren gegangen ist und ein schrittweiser, biologischer Aufbau gewünscht wird. Der Effekt entsteht ebenfalls zeitverzögert durch Kollagenaufbau. Lanluma eignet sich eher für flächigen Volumenersatz als für feine Konturkorrekturen.
HArmonyCa*
HArmonyCa kombiniert einen geringen Anteil vernetzter Hyaluronsäure mit Calciumhydroxylapatit. Dadurch entsteht ein sofortiger, moderater Struktur- und Volumeneffekt, der durch langfristige Kollagenstimulation ergänzt wird. Es liegt zwischen klassischen Fillern und Biostimulatoren und eignet sich für Situationen, in denen leichte Konturunterstützung und nachhaltige Gewebeverbesserung gleichzeitig gewünscht sind.
Ellansé
Ellansé ist ein Hybridfiller, der sofortigen Volumen- und Struktureffekt mit langfristigem Kollagenaufbau kombiniert. Das enthaltene Trägergel sorgt zunächst für sichtbare Fülle und Kontur, während die PCL-Partikel im Verlauf die körpereigene Kollagenproduktion anregen. Dadurch bleibt das Ergebnis auch nach Abbau des Gels stabil. Im Vergleich zu klassischen Hyaluron-Fillern zeichnet sich Ellansé durch eine deutlich längere Haltbarkeit aus, die je nach Produktvariante mehrere Jahre betragen kann. Gleichzeitig ist das Produkt nicht reversibel, weshalb es vor allem für gezielten strukturellen Volumenaufbau geeignet ist und weniger für feine oder kurzfristige Korrekturen. Eine präzise Technik und Zurückhaltung bei der Menge sind hier besonders wichtig.
Eigenfett (Lipofilling)
Beim Lipofilling wird körpereigenes Fett transplantiert, um dauerhaften Volumenersatz zu erzielen. Dabei wird das benötigte Fett wird per Fettabsaugung gewonnen, aufbereitet und anschließend ins Gesicht injiziert, was das Verfahren invasiver und risikoreicher macht als minimalinvasive Behandlungen. Gelingt das Anwachsen (Durchschnittlich 40% – 50%), kann das Ergebnis langanhaltend bis dauerhaft sein, wobei auch dieses Fett dem natürlichen Alterungsprozess unterliegt.
*Hybridverfahren mit Übergang zwischen Biostimulation und Volumenaufbau
Bevor du dich für eine Behandlung entscheidest, lohnt sich ein Blick auf die verlinkten Detailseiten mit Hintergrundwissen zur Wirkungsweise des Produkts, zum Behandlungsablauf und zu Erfahrungsberichten.
Wann sind Volumen- & Konturbehandlungen sinnvoll und wann eher nicht?
sinnvoll, wenn …
- Volumenverluste im Gesicht sichtbar sind (z. B. Wangen, Schläfen, Kinn, Lippen)
- Konturen an Definition verlieren und das Gesicht „flacher“ wirkt
- Proportionen ausgeglichen oder Gesichtsstrukturen wieder betont werden sollen
- ein direkt sichtbarer Effekt gewünscht ist
- altersbedingter Substanzverlust (Fett, Knochen, Bindegewebe) ausgeglichen werden soll
eher nicht sinnvoll, wenn …
- primär Hauterschlaffung und nicht Volumenverlust das Problem ist
- sehr dünne, gespannte oder stark erschlaffte Haut vorliegt
- unrealistische Erwartungen an „Straffung durch Volumen“ bestehen
- Volumen ohne Gesamtkonzept aufgebaut werden soll
- ein natürlicher Gesichtsausdruck durch Überkorrekturen gefährdet wäre
- Volumen kann Konturen stützen, ersetzt aber keine echte Hautstraffung. In vielen Fällen ist eine Kombination mit biostimulierenden oder energie-basierten Verfahren sinnvoller.
Vergleich der verschiedenen Volumen- und Konturbehandlungen
Volumen- & Konturbehandlungen
(Gezielter Volumenersatz & strukturelle Unterstützung – nicht primär Hautqualität)
| Behandlung | Wirkfokus | Volumen | Straffung | Hautqualität | Schmerzgrad* |
|---|---|---|---|---|---|
| Hyaluron-Filler | gezielter Volumenersatz & Kontur | ●●● | ● | ● | gering–mittel |
| Radiesse | Struktur & Stützfunktion | ●● | ●● | ●●● | mittel |
| Sculptra | schrittweiser Volumenaufbau | ●● | ● | ●●● | mittel |
| Lanluma | Volumen bei größeren Arealen | ●● | ● | ●●● | mittel |
| HArmonyCa | Hybrid: Volumen + Biostimulation | ● | ●● | ●● | mittel |
| Ellansé | Hybrid: Volumen + Kollagenaufbau |
●● | ●● | ●● | mittel |
| Profhilo Structura | Fatpad- & Gewebestruktur | ● | ●● | gering | |
| Eigenfett (Lipofilling) | dauerhafter Volumenersatz | ●●● | ● | ●●● | hoch |
● = leicht ●● = mittel ●●● = stark ✕ = kein klassischer Volumenersatz
Volumen- & Konturbehandlungen
(Gezielter Volumenersatz & strukturelle Unterstützung – nicht primär Hautqualität)
● = leicht ●● = mittel ●●● = stark ✕ = kein klassischer Volumenersatz
Was du selbst tun kannst:
Möglichkeiten mit Wirkstoffen und Geräten für zuhause findest du im Abschnitt
[Behandlungen für zuhause].
Hautstraffung und Erneuerung durch Energie- und Stimulationsimpulse
Mit dem Ziel, die Hautstruktur zu verbessern und ihre Spannkraft schrittweise zu erhöhen, ohne Volumen aufzubauen
Energie-basierte Behandlungen nutzen kontrollierte Wärme oder Energie, um tiefere Hautschichten gezielt zu stimulieren. Je nach Technologie – etwa Laser, Radiofrequenz oder fokussierter Ultraschall – werden gezielte thermische Reize gesetzt, auf die der Körper mit Regenerations- und Aufbauprozessen reagiert. Dabei wird die Neubildung von Kollagen und Elastin angeregt, wodurch sich Hautfestigkeit, Struktur und Spannkraft verbessern können, ohne Volumen aufzubauen.
Daneben gibt es regenerative und stimulierende Verfahren, die ohne klassische Energieabgabe arbeiten. Durch gezielte mechanische oder biologische Reize, etwa beim Microneedling oder der Mesotherapie, werden ebenfalls Reparatur- und Aufbauprozesse in der Haut angestoßen.
Ein wichtiger Unterschied liegt darin, wie stark die Hautoberfläche beeinflusst wird. Nicht-ablative Verfahren wirken unterhalb der Hautoberfläche und lassen die oberste Hautschicht weitgehend intakt. Sie haben meist eine geringe Downtime und eignen sich für schrittweise Verbesserungen. Ablative Verfahren hingegen tragen gezielt Teile der Hautoberfläche ab oder verletzen sie kontrolliert, um stärkere Erneuerungsprozesse auszulösen. Sie können deutlichere Effekte erzielen, gehen jedoch mit längerer Regenerationszeit einher.
Je nach Methode kann zusätzlich eine Einschleusung von Wirkstoffen erfolgen, etwa von Vitaminen, Antioxidantien oder regenerationsfördernden Substanzen. Diese werden durch die kurzzeitig erhöhte Durchlässigkeit der Haut besser aufgenommen. Energie-basierte Behandlungen eignen sich besonders zur Verbesserung von Hautqualität, Straffheit und Textur, sie ersetzen jedoch keinen Volumenaufbau und werden häufig ergänzend zu anderen Behandlungsformen eingesetzt.
Beispiele für energie-basierte Behandlungen:
Radiofrequenz-Behandlungen
Erwärmung tiefer Hautschichten zur Straffung und Festigung des Gewebes.
Thermage® (monopolare Radiofrequenz)
großflächige Radiofrequenzbehandlung zur Kontraktion bestehender Kollagenfasern und zur Anregung der Kollagenneubildung, ohne Hautverletzung.
Radiofrequenz-Microneedling
Kombination aus Mikronadeln und Wärmeenergie für tiefere Hautschichten.
Morpheus8® (Radiofrequenz-Microneedling)
Radiofrequenzenergie wird über beschichtete Mikronadeln gezielt in unterschiedliche Hauttiefen abgegeben. Dadurch können sowohl die Hautstruktur als auch tiefere Gewebeschichten stimuliert werden; häufig eingesetzt bei Hauterschlaffung, Texturverlust und beginnendem Volumenabbau.
FaceTite® / AccuTite® (minimalinvasive Radiofrequenz)
Radiofrequenzenergie wird über feine Sonden unter der Haut abgegeben, wodurch Gewebe von innen gestrafft wird; FaceTite für größere Areale, AccuTite für sehr kleine, präzise Zonen.
HIFU (hochintensiver fokussierter Ultraschall)
gebündelte Ultraschallenergie wirkt punktuell in tieferen Hautschichten und kann dort eine Straffung auslösen.
Ultherapy® (fokussierter Ultraschall mit Bildgebung)
eine spezielle, medizinisch zertifizierte Ultraschallbehandlung von Merz Aesthetics, bei der die Energie gezielt in definierte Gewebetiefen abgegeben wird. Eine integrierte Bildgebung macht die Hautschichten während der Behandlung sichtbar und ermöglicht eine präzise Behandlung auch tieferer Struktur-Ebenen.
LaserMD® (fraktioniert, nicht-ablativ)
mikroskopisch kleine Energieimpulse regen die Hauterneuerung an, ohne die Hautoberfläche abzutragen.
Fraxel Restore® Laser (fraktioniert, nicht-ablativ)
gezielte Behandlung mikroskopisch kleiner Hautareale zur Förderung von Regeneration und Kollagenneubildung.
CO₂-Laser (ablativ)
intensive Laserbehandlung, bei der die Hautoberfläche gezielt abgetragen werden, um eine starke Hauterneuerung und Straffung anzustoßen.
Plasma Pen – eine kritische Einordnung:
Plasma-Behandlungen erzeugen oberflächliche thermische Punkte zur Hautkontraktion, wirken jedoch nur sehr begrenzt in die Tiefe und bergen – insbesondere bei unsachgemäßer Anwendung – ein erhöhtes Risiko für Narben- und Pigmentveränderungen; sie ersetzen keine strukturelle Hautstraffung.
Was bedeutet ablativ, nicht-ablativ und fraktioniert?
fraktioniert bedeutet:
die Energie (z. B. Laser) wird nicht flächig, sondern in vielen einzelnen, punktförmigen Mikrostrahlen abgegeben. Dabei entstehen mikroskopisch kleine Behandlungszonen / Kanäle (sogenannte Microthermal Zones) zwischen denen die unbehandelte Haut intakt bleibt.
ablativ bedeutet:
die obersten Hautschichten werden gezielt abgetragen (z. B. durch Hitze verdampft), was eine intensive Hauterneuerung auslöst, aber eine längere Heilungszeit erfordert.
nicht-ablativ bedeutet:
die Hautoberfläche bleibt geschlossen (unverletzt) und die Energie wirkt unter der Oberfläche.
Beispiele für stimulierende und regenerative Behandlungen:
Microneedling
Gezielte Mikroverletzungen der Haut regen Reparaturprozesse an und stimulieren die Neubildung von Kollagen und Elastin. Die Hautstruktur kann sich verdichten, feine Linien und Texturunregelmäßigkeiten können sich verbessern. Microneedling wirkt vor allem in oberflächlicheren Hautschichten und erfordert in der Regel mehrere Sitzungen. Man unterscheidet dabei zwischen kosmetischem Microneedling (Eindringtiefe der Nadeln bis 0,5 mm) und medzinischem Microneeling (Eindringtiefe der Nadeln bis 3 mm). Die kontrollierte Eindringtiefe der Nadeln ermöglicht eine gezielte Stimulation definierter Hautschichten. Häufig wird die Behandlung mit regenerativen Wirkstoffen kombiniert, um die Hauterneuerung zusätzlich zu unterstützen. Microneedling wirkt primär strukturverbessernd und kann die Hautqualität sichtbar verbessern.
Mesotherapie
Bei der Mesotherapie werden per Mikroinjektionen regenerationsfördernde Wirkstoffcocktails aus Vitaminen, Aminosäuren, Hyaluronsäure oder Antioxidantien gezielt in die Haut geschleust. Die Behandlung kann per Einzelinjektionen oder mit einem Mesogun (z. B. Vital Injector2) erfolgen und zielt auf eine Verbesserung von Hautqualität, Feuchtigkeit und Spannkraft ab, ohne Volumen aufzubauen.
Bevor du dich für eine Behandlung entscheidest, lohnt sich ein Blick auf die verlinkten Detailseiten mit Hintergrundwissen zur Wirkungsweise des Produkts, zum Behandlungsablauf und zu Erfahrungsberichten.
Wann sind energie-basierte Behandlungen sinnvoll und wann eher nicht?
sinnvoll, wenn …
- die Haut an Spannkraft verliert und beginnende bis moderate Hauterschlaffung vorliegt
- eine Straffung und Verbesserung der Hautqualität gewünscht ist, ohne Volumen aufzubauen
- Kollagenneubildung und Gewebefestigung langfristig angeregt werden sollen
- feine Linien, vergrößerte Poren oder eine unruhige Hautstruktur im Vordergrund stehen
- ein nicht-operativer Ansatz bevorzugt wird
- – je nach Verfahren – eine kurze bis längere Regenerationszeit akzeptabel ist
- die Behandlung ggf. in Kombination mit Volumen- oder biostimulierenden Verfahren erfolgen darf
eher nicht sinnvoll, wenn …
- ein ausgeprägter Volumenverlust oder eingefallene Gesichtspartien dominieren
- starke Hautüberschüsse oder sehr ausgeprägte Erschlaffung bestehen
- eine sofort sichtbare Volumenveränderung erwartet wird
- unrealistische Erwartungen an „eine Behandlung für alles“ bestehen
- die Haut sehr dünn, stark entzündet oder vorgeschädigt ist
- energie-basierte Verfahren als Ersatz für eine operative Straffung verstanden werden
- Energie-basierte Behandlungen wirken vor allem über Hautfestigung und Kollagenstimulation. Die durch Laser oder andere Energieverfahren erzielbare Hautschrumpfung ist jedoch nur begrenzt und kann bei ausgeprägtem Hautüberschuss kein zufriedenstellendes Straffungsergebnis erzielen. Je nach Ausgangslage sind diese Verfahren allein sinnvoll oder als Teil eines kombinierten Behandlungskonzepts.
Vergleich der verschiedenen energie-basierten Behandlungen
Energie-basierte Behandlungen
(Straffung & Hauterneuerung durch Laser, Radiofrequenz & Ultraschall)
| Behandlung | Wirkfokus | Straffung | Hautqualität | Schmerzgrad* | Downtime |
|---|---|---|---|---|---|
| Radiofrequenz-Behandlungen | Erwärmung tiefer Hautschichten zur Gewebefestigung | ●● | ●● | gering–mittel | gering |
| Thermage® (monopolare RF) | großflächige Kollagenkontraktion & Neubildung (ohne Hautverletzung) | ●● | ●● | mittel | gering |
| Radiofrequenz-Microneedling | Mikronadeln + Wärmeenergie für Struktur und Festigkeit | ●●● | ●●● | mittel | gering–mittel |
| Morpheus8 (RF-Microneedling) | RF-Energie über Mikronadeln in variablen Tiefen (Textur + Straffung) | ●●● | ●●● | mittel | gering–mittel |
| FaceTite / AccuTite | minimalinvasive RF unter der Haut (Innenstraffung; präzise Areale) | ●●● | ●● | mittel–hoch | mittel |
| HIFU (klassisch) | gebündelte Ultraschallenergie wirkt punktuell in tieferen Schichten | ●● | ● | mittel | gering |
| Ultherapy® (mit Bildgebung) | präzise Tiefenbehandlung durch fokussierten Ultraschall mit Bildkontrolle | ●●● | ● | mittel–hoch | gering |
| LaserMD (fraktioniert, nicht-ablativ) | sanfte Hauterneuerung + Wirkstoffeinbringung, meist keine große Downtime | ● | ●● | gering | keine–gering |
| Fraxel Restore (fraktioniert, nicht-ablativ) | Textur, feine Linien & Regeneration durch mikroskopische Behandlungszonen | ●● | ●●● | mittel | mittel |
| CO₂-Laser (ablativ) | intensive Hauterneuerung (Abtragung in Mikroarealen) + deutlicher Straffungseffekt | ●●● | ●●● | hoch | hoch |
● = leicht ●● = mittel ●●● = stark
Energie-basierte Behandlungen
(Straffung & Hauterneuerung durch Laser, Radiofrequenz & Ultraschall)
● = leicht ●● = mittel ●●● = stark
Was du selbst tun kannst:
Möglichkeiten mit Wirkstoffen und Geräten für zuhause findest du im Abschnitt
[Behandlungen für zuhause].